Erlebnisbericht Schlaflabor Ruhrlandklinik

Na, auch ein Schnarcher? Willkommen im Verein. Kann dir egal sein? Eigentlich schon, wenn da nicht der Partner wäre… Und wann es dir nicht mehr egal wird ist dann, wenn dein Partner dich wach macht weil du aufhörst zu atmen. Keinen Partner? Dir sollte es nicht egal sein, dass du schnarchst wenn du morgens mit nem Kopf wie ein Rathaus aufwachst und den ganzen Tag hundemüde bist. Das hatte ich nämlich bevor ich im Schlaflabor war…

Ich hab meinen Müdigkeit ja wirklich auf vieles geschoben. Das Kortison, die Krankheit, bla… Meine Freundin sagte mir, dass ich Nachts ziemliche Aussetzer hätte, also hab ich das meinem Lungenarzt mal erzählt. Er gab mir dann ein Gerät mit dem ich eine Nacht schlafen sollte. „Sollte!“ ist eine gute Aussage, denn mit diesem Gerät zu schlafen ist nicht einfach, aber möglich. Es wird an Brust, Bauch und mit NasenSchlauch befestigt. Das ganze hängt an die rum… Viel Spaß! Denk dran, es soll dir was gutes bringen!

Den Tag drauf wurde das Gerät ausgelesen und mir mitgeteilt, dass ich sehr viele Aussetzer hätte. Der Termin im Schlaflabor war mir sicher. In der Ruhrlandklinik anzurufen ist ein Horror! Aber mittlerweile wird man zurück gerufen… Eine Besserung! Mein Termin war in knapp 2 Monaten.

Ankunft Ruhrlandklinik (ich finde den Ort dort ja wunderschön!) erstmal einchecken. !Einweisung! vom Hausarzt dabei und 30 Euro für die 2 Übernachtungen. Sehr nette Damen an der Anmeldung. Oben in der Schlafmedizin angemeldet wurde ich sämtliche Sachen gefragt und sehr nett empfangen (hey, ich hab sogar eine doppelte Portion zum Abendbrot bekommen..) Apropo Essen, vergiss es! Lecker schmeckt es daheim, aber an ein paar Scheiben Brot und ein wenig Aufschnitt wollen wir mal nicht meckern. Weiter gehts, ich bekam ein Einzelzimmer. JEDER bekommt ein Einzelzimmer. Sehr schön! Ausstattung ist ja eher marginal, aber dennoch ganz hübsch. Das Bett ist ziemlich hart, aber ich will ja auch nicht regelmäßig dort schlafen, lediglich 2 Nächte. Der 1. Arzt kam abends und klärte mich in Hinsicht Schlafapnoe auf. Super freundlich! Super nett! Super! Ich wollte mir noch schnell eine TV Karte organisieren, die waren aber alle. Was? Alle? Der Mensch an der Info sagte mir, dass die morgen früh wieder aufgefüllt werden. Na schönen Dank auch! Gott sei Dank hatten die Schwestern oben noch eine übrig (haben sie auch eine Tüte Haribo als Dankeschön bekommen). Nach Absprache mit der Schwester wurde ich dann als letzter verkabelt (gegen 23 Uhr). Verkabelung… Ich dachte, gleich holt sie noch Stricknadeln raus. Zig Drähte am Kopf, ein Paar an den Beinen und 3 Brust/Bauch Gurte plus Nasenschlauch. Na schönen Dank auch.

1. Nacht. Ich habe geschlafen… Bestimmt… Sehr schlecht… Ich denke immer daran, dass es eine Besserung geben wird, dass ich bald nicht mehr schnarchen werde und das meine Freundin auch endlich ihre Ruhe hat. Der 2. Arzt morgens früh erzählte mir mit großen Augen, dass ich sehr starke Aussetzer hätte und das ein normaler Mensch, der aufhört zu atmen mit der Sauerstoff Sättigung runter geht. Ich aber als Lungenkranker habe eine Sauerstoffsättigung, die so dermaßen tief fällt… (seine Statistik ging runter bis 75%, meine Sättigung ging aber viel tiefer…) „Wir müssen sehr schnell was daran ändern! Sie bekommen eine Überdruckmaske.“ Das ganze warum, wieso, weshalb und wie hat er mir wirklich super erklärt, auch was es mit Tiefschlaf, Traumschlaf, etc. auf sich hat. Echt super! Na gut. Also ab zur Maskenanpassung und eine Maske bekommen. Die Nasenmaske konnte sie direkt behalten, ich atme lieber durch den Mund, danke. Den Tag habe ich daheim verbracht (Kunststück, ich wohne auch nur 15 min. mit dem Auto entfernt, allen anderen sei gesagt, ich bewegt euch außerhalb der Klinik während des Aufenthalts auf eigene Gefahr!). Abends wurde ich wieder verkabelt und die Maske wurde mir angelegt. Ich hab mir ein Bierchen von daheim mitgebracht und außerdem eine nette Schlaftablette bekommen.

2. Nacht. Ich habe geschlafen wie ein Engel! Um 5 Uhr morgens wurde ich entkabelt, interessierte mich aber recht wenig. Meine Maske behielt ich weiter bis 7 Uhr. Dann wurde mir das Gerät weggenommen zwecks Auswertung. Ich war ausgeruht, ich war entspannt, ich hatte keine Kopfschmerzen, mir ging es super! Jetzt besuchte mich der Oberarzt. Diese Art Mensch hat ja irgendwie NIE Zeit. Also war sein Besuch eher „Alles super, Sie brauchen jetzt regelmäßig die Maske, Glückwunsch.“.  Nun gut, mir wurde dieses Gerät von der Klinik bestellt, die Maske durfte ich behalten, ich brauchte mich um wirklich nichts zu kümmern. Echt super! Danke!

Jetzt fragt sich der eine oder andere „Musst du jetzt wirklich jede Nacht mit dieser blöden Maske schlafen?“ Ja, muss ich. Das heißt, ich darf es! Ok, es ist ungewohnt, zugegeben und ich wache auch öfter in der Nacht auf wegen der Maske. Aber morgens habe ich keine Kopfschmerzen mehr, ich bin wesentlich entspannter und ausgeruhter. Meine Freundin muss sich auch erstmal an die Geräusche von dem Gerät gewöhnen, aber die sind bei weitem nicht so laut wie man oft hört und sie sind noch lange nicht so laut wie mein schnarchen. Alles in allem ist es wirklich eine wesentliche Verbesserung meines Lebensstandards. Ich liebe diese Maske!

Nochmals vielen Dank an alle Schwestern und Ärzte aus dem Schlaflabor für die nette Behandlung und die wirklich gute Aufklärung über meine Schlafapnoe.

Liebe Grüße, Andi

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